Wir haben Jon Koda nach Hause zurück geholt – und suchen für ihn einen neuen optimalen Platz – diesmal für immer

Wir haben Jon Koda nach Hause zurück geholt – und suchen für ihn einen neuen optimalen Platz – diesmal für immer

Wir haben während unseres Hollandurlaubs Jon Koda von unserem letzten J-Wurf abgeholt und wieder zurück nach Hause genommen, da er die mit im Haushalt lebende 2 Monate ältere Hündin, von der wir bei der Abgabe von ihm gar nichts wussten, aggressv angehen würde. Das wollten wir uns vor Ort anschauen, gingen von normaler Eifersucht aus, durften es dann aber plötzlich nicht mehr anschauen/überprüfen und mussten ihn dann ganz schnell an einem neutralen Ort bei Eindhoven übernehmen. Wir können deshalb nur spekulieren und das wollen wir nicht. Er soll viel lieber eine zweite Chance bekommen.

Wir waren auf jeden Fall geschockt von seinem Aussehen / psychischen und physischen Zustand: Übergewichtig, keine Rippen spürbar, schwammig, untrainiert, ohne Körperbalance, seinen gleichaltrigen Geschwistern in allem völlig unterlegen. Er hatte überhaupt keine Chance mehr gegen sie und war doch bei Abgabe genauso fit wie sie gewesen. Er wurde eindeutig zu wenig gefordert und gefördert. Und dagegen mussten wir dringend etwas unternehmen. Wir erlebten in der Folgezeit zum ersten Mal einen Hund mit Muskelkater.

Zuerst musste er abnehmen, seine körperlichen Fähigkeiten trainieren, Kondition aufbauen, schwimmen lernen. Er liebte bereits das Wasser, aber schwimmen im tieferen Wasser traute er sich nicht.

So musste Hilmar bei nicht gerade idealem Badewetter nochmals die Badehose anziehen, um ihm zu zeigen, dass er schwimmen kann. Und nach zweimal ins Wasser tragen schwamm er selbständig und apportierte sogar gleich ins Wasser geworfene Gegenstände sicher zurück ans Ufer.

Futter aus der Hand in der Gruppe und Futter werfen in der Gruppe, um sein Fangen unter Futterkonkurrenten zu trainieren gehörten auch zum täglichen Training. Er zeigte sich dabei nie aggressiv gegenüber den Anderen.

Ball- und Zerrspiele um den Beutetrieb etwas anzukurbeln und das Futter treiben anbahnen ließen wir in die täglichen Spaziergänge mit einfließen. Bald schon führte er seinen Bruder Joker an der Leine und machte Zerrspiele mit ihm.

Wir legten seine ersten Fährten und ließen ihn Futter im Garten suchen und er meisterte diese Aufgaben sehr konzentriert und ruhig.

Die tierärztliche Überprüfung ergab, dass er über zu wenige rote Blutkörper verfügte, was durch eine stark blutende Wunde oder eine Infektion eingetreten sein könnte. Von den holländischen Vorbesitzern waren hier jedoch keine sachdienlichen Angaben zu bekommen. Deswegen war er wohl auch immer wieder so schlapp gewesen.

Leider verletzte er sich beim Herumtollen mit Jaaki, Jasko und Joker an der Vorderpfote und wir mussten erneut in den Schonzustand zurückgehen. Im täglichen Umgang und Spiel mit seinen Geschwistern, anderen Hunden und seiner Oma Gandhi bzw. Fleika war er jedoch immer völlig unauffällig, wehrte sich jedoch, wenn es nötig war.

Er zeigte sich als sehr menschenbezogen, etwas mehr Männerbezogen und will immer bei „seinem Menschen“ sein. Er ist ungemein verschmust und verlangt geradezu nach Streicheleinheiten und Körpernähe. Er ist kein Zwingerhund und muss bei seinen Menschen leben. In all seinem Tun wirkt er ungemein besonnen, wird nie hektisch oder sogar panisch, strahlt sehr viel Ruhe aus.

Wir testeten seine Fähigkeiten bei verschiedenen Hindernissen und Parcours und auch das machte er wirklich gut. Die Basis, die wir bei ihm diesbezüglich als Welpe gelegt hatten, zahlte sich erkennbar aus.

Wir besuchten Joachim Fügers Spielstunde am Brombachsee und er meisterte den Umgang mit gleichaltrigen, jüngeren und älteren Hunden überragend. Mit so einem gefestigten und in sich ruhenden Junghund waren wir zuvor noch nie in dieser Spielstunde. Er suchte uns schon auf dem fremden Platz, benötigte jedoch unseren Schutz an diesem für ihn unbekannten Ort mit 30-40 fremden Hunden in keinster Weise. Er kam alleine zurecht.

Wir haben Jon Koda auf Herz und Nieren überprüft und nichts gefunden, was gegen eine Abgabe von ihm sprechen würde. Als Einzelhund bei einem passenden Rudelführer wäre er jedoch sicherlich am optimalsten aufgehoben. Nicht überprüfen konnten wir sein Verhalten gegenüber einem schwächeren Rivalen in der Gunst zum Rudelführer, da unsere Hunde (zumindest noch momentan) stärker als er sind.

Wir haben uns die Zeit genommen, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung mit ihm ist und werden ihn nunmehr nur schweren Herzens wieder gehen lassen. Er ist ein Hund, der das Herz seines Besitzers gewinnen will. Aber wir haben bereits seine Schwester Jaaki und vor allem seinen Bruder Joker im Haus und 3 gleichaltrige Geschwister sind einfach nicht handelbar. Einer kommt immer zu kurz.

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