Die Welpen sind dreieinhalb Wochen alt geworden

Die Welpen sind dreieinhalb Wochen alt geworden

Jetzt wird auch die Koordination von ihnen besser, obwohl die Bewegungen noch sehr grob und tollpatschig sind. Die Mimik fängt jetzt an sich zu entwickeln, es werden Grimassen geschnitten.

Mundwinkelstoßen, Pfötchen geben (Milchtritt), Schwanzwedeln und einklemmen der Rute sowie Drohgebärden sind zu beobachten. Die Welpen beschnuppern sich gegenseitig und fangen an, sich untereinander wahr zu nehmen. Außerdem zeigen sie jetzt die ersten Anfänge von Besitzverhalten.

Sie verfügen bereits über eine ausgeprägte Drohmimik. Da wird geknurrt und gekämpft, einer versucht den anderen zu überlisten, je nach Kraft und Temperament. Ernsthafte Streitereien zwischen den Welpen sind zu unterbinden. Wir können ihr Verhalten kopieren und fauchen/knurren wie sie bei Dingen, die die Welpen nicht tun sollen.

Im praktischen Aufzuchtsalltag brauchen die Welpen neben unserer Zuwendung und viel Zeit immer wieder neue und schrittweise größere Herausforderungen, an denen sie durch Selbstwirksamkeit wachsen können.

Wir füttern wieder Hackfleisch und zum ersten Mal Hüttenkäse und Quark. Man sieht es oder?

Will ein Welpe z.B. ein Hindernis überwinden, was er aber körperlich und motorisch noch nicht schafft, so sollte er sein Ziel über einen Alternativweg erreichen können. Damit wird das negative Gefühl des Scheiterns vermieden. Gleichzeitig kann sich das innerlich stark machende Gefühl von Selbstwirksamkeit entfallen – trotz anfänglicher Schwierigkeit. Außerdem wird das so vielfach notwendige Lernen von alternativen Bewältigungsstrategien herausgefordert. Der Rüde mit dem blauen Halsband entpuppt sich als Ausbrecherkönig und überwand unsere Absperrung sowohl im Welpenraum als auch im Freigehege.

Die Herausforderungen und Aufgaben müssen dem Entwicklungsstand entsprechen. Sind sie nicht auf direktem Weg zu lösen, müssen sie alternativ durch Cleverness bewältigbar sein. In einer gesunden Entwicklungsphase geht es nicht darum, den Welpen allen nur erdenklichen Reizen auszusetzen, sondern darum, ihn in seinem eigenen Tempo etwas über das Leben lernen zu lassen.

Welpen müssen auch Menschen kennenlernen, die sich unterschiedlich verhalten. Sie sollen Kinder treffen, deren Bewegungsabläufe und Lautäußerungen von denen eines Erwachsenen abweichen.

Jetzt beginnt auch die Zeit, die Welpen mit unterschiedlichen Gegenständen in der Wurfkiste zu konfrontieren. Sie können verschiedene Gerüche unterscheiden und sollen weiterhin ihre Streicheleinheiten über den gesamten Körper bekommen. Hierfür bieten sich zarte Massagen an. All das trägt einerseits dazu bei, dass sich das Nervensystem gut entwickelt, und andererseits beginnen sie zu lernen, dass Berührungen normal sind und zum Leben dazu gehören.

Plüschtier, Kinderspielzeug und verschiedene Tierfiguren sowie ein Tunnel, zwei Balancekreisel u.a. regen die Wahrnehmung und die Beweglichkeit an. Ein paar aufgehängte Plastikfigürchen von einem Babyspielzeug und eine Rassel sorgen für Geräusche, bewegen sich und können festgehalten werden.

Warum tun wir dies alles? Ein Beispiel: Bei einem Versuch wuchs eine Katzengruppe in einer Umgebung auf, in der es nur horizontale Linien gab, bei der anderen Versuchsgruppe nur vertikale Linien, also nur solche, die von oben nach unten verliefen. Die Kätzchen konnten später in einer normalen Umgebung die jeweils fehlenden Linien nicht wahrnehmen. Sie konnten z.B. Tischbeine oder Tischkanten nicht wahrnehmen. Wahnsinn oder?

Viele Hunde reagieren ebenso mit Vorsicht oder sogar Meideverhalten auf Querstrukturen wie Gitterröste o.ä. Haben Hunde im Welpenalter aber die Gelegenheit gehabt, solche Querstrukturen als etwas Selbstverständliches einzuordnen, haben sie damit keine Probleme.

Auch mit Geräuschen werden sie immer wieder konfrontiert. Sogar den Rasenmäher haben wir in entsprechender Entfernung fahren lassen, während Carmen Hackfleisch aus der Hand fütterte.

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