Unsere Kleinspitzwelpen wurden 3 Tage alt

Unsere Kleinspitzwelpen wurden 3 Tage alt

Unsere Welpen vom G-Wurf sind noch blind und taub und nehmen täglich 5 – 10 % des Körpergewichtes zu. Ihr Geruchssinn funktioniert jedoch bereits. Sie müssen Kälte- und Hungerstress durch eigenes Handeln zu meistern lernen, so dass sie bereits ihre wichtigsten Lebenserfahrungen in der Wurfkiste sammeln können.
Alle neugeborenen Säugetiere kriechen sehr zielstrebig zu den Zitzen der Mutter, aber nicht, weil sie wissen, wo diese zu suchen sind, sondern weil Duftdrüsen an den Zitzen ein Pheromon absondern, also einen Duftstoff, der auch im Fruchtwasser enthalten ist und den die Jungen bereits kennen. Sie suchen etwas Vertrautes und Sicherheit bietendes in dieser neuen Welt und dazu zählt der Duft, aber auch die Wärme, das Feuchte (abgeleckt werden), das Schaukeln, die bereits vertrauten Geräusche (Herzschlag der Mutter und ihre Stimme) und ihr Körpergeruch. Je besser es ihnen gelingt, diese Vertrautheit wiederzufinden, desto sicherer, desto neugieriger und desto offener lernen sie im weiteren Verlauf, sich in dieser neuen äußeren Welt zurechtzufinden.

Das enge Zusammenliegen dient zudem nicht nur der Wärmeregulierung, sondern befriedigt auch das Kontaktbedürfnis. Finden neugeborene Welpen nicht die Mutter oder Geschwister als Wärmequelle stoßen sie einen sog. Verlassenseinruf aus. Dieses Verhalten ist angeboren. Interessanterweise ist es auch bei der Hündin vorprogrammiert, in dieser Zeit auf diesen Ruf zu reagieren. Würde man ihn auf Tonband aufnehmen und ihn ihr zu einer anderen späteren Zeit vorspielen, würde sie kaum darauf reagieren. In der Zeit nach der Geburt herum aber würde sie wohl selbst das Tonbandgerät mit ins Nest tragen, sobald der Schrei ertönt.

Bei Versuchen hat sich z.B. gezeigt, dass Affenkinder die fellüberzogene Mutterattrappe einer Futterspenderattrappe bevorzugten, da sie wenigstens eine Mindest-Berührungsqualität bot. Auch Welpen kuscheln sich lieber an eine Pelzdecke und nicht an eine Wärmeflasche, wenn die Mutter nicht da ist. Emotionale Sicherheit ist demnach wichtiger als Futter und das zuverlässige Brutpflegeverhalten der Hündin löst bei ihren Welpen emotionale Sicherheit aus.
Mit unverantwortlichen Schutzmaßnahmen wird somit verhindert, dass die natürliche Selektion Art erhaltend eingreift. Das Wärmebedürfnis der Saugwelpen ist nämlich sehr gering, sie kommen schon deshalb mit einer sehr niederen Körpertemperatur zur Welt und liegen in den ersten Wochen immer übereinander getürmt, wenn die Mutter nicht da ist. Die Körpertemperatur der Welpen fällt bei der Geburt von 36° auf 30° und steigt in den ersten 7 Tagen auf 37°C. Die außen liegenden Welpen suchen weiter innen Wärme, wenn es ihnen zu kalt wird. Dadurch gelangen die Inneren nach außen, bis es denen dann wieder zu kalt wird. Nur bei zu großer Wärme krabbeln sie auseinander.
Zur Erfüllung von Nestwärme braucht es also mehr als nur eine physikalische Wärmequelle wie eine Bettflasche. Welpen suchen und brauchen Körperkontakt zueinander und keine Wärmeflasche oder Rotlichtlampe. Einer Hündin, der ein Brutpflegeverhalten durch die Mutter nicht zu Teil wurde, wird es selbst auch nicht tun. Die größte Bedrohung für einen Welpen ist deshalb fehlende Mutterliebe. Die Hündin muss deshalb immer bei den Welpen bleiben können, das Alleinseinkönnen muss später eingeübt werden.

Ebenso wird ein Welpe, dem es vor lauter Überfürsorge seines Besitzers verwehrt ist, seine zunächst nähere und dann weitere Umgebung zu erkunden und sich selbst an Artgenossen und Hindernissen auszuprobieren, sein Gehirn und seinen Organismus weniger gut entwickeln. Seine vorhandenen Anlagen können sich gar nicht in der Weise entfalten und weiterentwickeln, wie es von Natur aus geschehen wäre.

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