Die Welpen sind 10 Tage alt geworden

Die Welpen sind 10 Tage alt geworden


Indira hat aus ihrem Geburtsgewicht von 574g in 10 Tagen 1450Gramm gemacht.

Indra kam mit 610g auf die Welt und wiegt heute 1600Gramm.

Inuk wurde mit 660g geboren und bringt nunmehr 1740Gramm auf die Waage.

Wie kam es dazu: Die ersten Lebensminuten bringen schon klar zum Ausdruck, was in einem Welpen steckt. Vitale Welpen erreichen die Zitzen schnell, denn wer aktiv sucht, der findet. Das erste große Erfolgserlebnis für Welpen, um die sie von überängstlichen Züchtern gebracht werden, die die anscheinend bedauernswert ziellos umher pendelnden Welpen selbst an der Zitze der Hündin anlegen. Kälte- und Hungerstress muss der Welpe unbedingt durch eigenes Handeln meistern lernen, sonst kann er bereits die wichtigsten Erfahrungen in seinem Leben gar nicht sammeln.

Alle neugeborenen Säugetiere kriechen normalerweise sehr zielstrebig zu den Zitzen der Mutter, aber nicht, weil sie wissen, wo diese zu suchen sind, sondern weil Duftdrüsen an den Zitzen ein Pheromon absondern, also einen Duftstoff, der auch im Fruchtwasser enthalten ist und den die Jungen bereits kennen. Sie suchen etwas Vertrautes und Sicherheit bietendes in dieser neuen Welt und dazu zählt der Duft, aber auch die Wärme, das Feuchte (abgeleckt werden), das Schaukeln, den bereits vertrauten Herzschlag der Mutter, ihre Stimme und ihren Körpergeruch. Je besser es ihnen gelingt, diese Vertrautheit wiederzufinden, desto sicherer, desto neugieriger und desto offener lernen sie im weiteren Verlauf, sich in dieser neuen äußeren Welt zurechtzufinden.

 

Durch das Streicheln, Hochheben und Herumtragen durch den Züchter und seine Familienangehörigen wird vom l. Tag an eine erste positive Beziehung zum Welpen hergestellt. Dadurch kann das körperliche Wachstum um 10-20% verstärkt und die seelische Entwicklung merklich vorangebracht werden. Denn der Welpe besitzt ein so genanntes taktiles Körpergefühl und einen zunehmend besser arbeitenden Geruchssinn, der schon seit der Geburt aktiv ist. Russische Wissenschaftler rieben nämlich das Gesäuge einer gebärenden Hündin mit einem Anisgetränkten Wattebausch ein und am nächsten Tag krabbelten die frisch geborenen Welpen bereits diesem hingehaltenen Wattebausch mit Anisgeruch nach.

Die amerikanischen Verhaltensforscher Scott und Fuller haben in Versuchen neugeborenen Welpen Essigsäure vorgehalten, worauf diese abwehrende Reaktionen zeigten. Sie leckten einen mit Fisch, Fleischsaft oder Milch bestrichenen Glasstab ab, wohingegen sie eine bitter schmeckende Substanz wie Chinin ablehnten.

Dies bedeutet außerdem, dass der Welpe bereits ein Gedächtnis haben muss, in dem er Informationen speichern kann. Der Geruchssinn ist übrigens mit dem limbischen System verbunden, jenem Teil des Gehirns, der für die Gefühle verantwortlich ist.

   

Etwas, das hart und kalt ist, interessiert den Welpen nicht, wenn er damit in Berührung kommt. Wenn etwas aber weich und warm ist, geht er sofort daran und ruckt nun mit der Nase von unten nach oben an dieser Fläche. Auf diese Weise schiebt er das Fell der Mutterhündin hoch, und ein ausgeprägter Tastsinn im Lippenbereich lässt ihn erkennen, was eine Zitze ist. Hat er die gefunden, umfasst er sie sofort und schiebt sie so tief es geht in die Mundhöhle, um sie anschließend mit seiner Zunge zu massieren. Das alles kann er von sich aus. Wenn er das alles erst über Versuch und Irrtum lernen müsste, würde er ja glatt verhungern.

Die Antikörper gegen Krankheiten werden nur in den ersten Stunden nach der Geburt mit der Erstmilch, dem sog. Kolostrum, abgegeben, und können auch nur in dieser Zeit aus dem Verdauungskanal ins Blut gelangen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Welpen möglichst bald nach der Geburt zu saugen beginnen. Anders als Kuhmilch hat Hundemilch einen besonders hohen Calcium- und Phosphorgehalt, der zudem während der Säugeperiode kontinuierlich weiter ansteigt. Dies dient der Verknöcherung des Welpenskeletts, stellt aber für die Mutter eine große Belastung dar. Kolostrum ist reich an wertvollen und lebenswichtigen Immunstoffen wie Immunglobulinen, Wachstumshormonen, freien Aminosäuren sowie Mineralien und Vitaminen. Welpen können Vitamine noch nicht speichern und sind somit auf das Kolostrum angewiesen.

Die Welpen werden ca. 3 Wochen vollständig von der Mutter gesäugt. Die Anzahl ihrer Leckbewegungen und der Sättigungsgrad sind angeborener maßen aufeinander abgestimmt. Die Zunge drückt massierend etwa 20mal in der Sekunde die Zitze aus. Deshalb kann es zu Verhaltensmäßigen Dauerschäden kommen, wenn man einen Welpen mit der Flasche aufzieht, diese z.B. mit einer zu großen Öffnung versieht und es damit dem Welpen zu leicht macht, denn Milchmenge und Lecksaugen müssen übereinstimmen.

Die Anstrengung beim Saugen und der Kampf um die Zitze gegen die Konkurrenz gehören zum Überleben, gemäß dem „GESETZ DER EIGENEN ANSTRENGUNG“. Ein mit der Flasche aufgezogener Welpe kann dieses Überlebenstraining nicht mitmachen, ihm fehlt somit die größte Förderung der Welpenentwicklung. Denn erst durch eigene Anstrengung erreichen sie das Leistungsvermögen, welches sie für ihr späteres Leben brauchen und das ihr selbstsicheres Wesen ausmacht.

Die Hündin selbst reagiert auf dieses angeborene Können sehr genau. Sie erkennt haarscharf, welcher Welpe diese Fähigkeit voll ausgeprägt mit auf die Welt bringt, und welcher hier Mängel zeigt. Daher kann es vorkommen, dass eine instinktsichere Hündin in den ersten 4 Tagen Welpen aussondert, die im Saugverhalten irgendwelche Mängel aufweisen. Alle diese angeborenen Fähigkeiten liegen in den basalen Gehirnteilen. Wenn hier bereits Erbschäden auftreten, ist das so, als würden die Wurzeln einer Pflanze faulen.

Bei beiden Hündinnen beginnen sich die Augen zu öffnen, Inuk hat noch keine Lust dazu. Mit geschlossenen Augen lässt es sich genauso gut trinken. Und immer wieder kümmert sich Ganhdi liebevoll um ihre Kinder.

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