Die Welpen sind 2 Wochen alt geworden

Die Welpen sind 2 Wochen alt geworden

Die Welpen sind 2 Wochen alt geworden, die Augen haben sich geöffnet und sie fangen an auf ihren Beinen zu stehen und zu laufen.

Inuk wiegt bereits 2.210g.

Indra ist 1920g schwer.

Indira hat auch die 2kg Marke überschritten und wiegt 2050 Gramm.

Sobald die Augen und Ohren ab dem 14. Tag funktionieren, brauchen die Welpen Stimulation aus den Bereichen, die Geräusche und Anblicke verarbeiten. Allerdings nicht pausenlos mit Geräuschen und Berührungen bombardieren, denn Welpen brauchen weiterhin viel Zeit und Ruhe zum Schlafen. Wenn sie aber wach sind, brauchen sie nun ausreichend Stimulation, damit sich zwischen den Neuronen in den verschiedenen Gehirnbereichen Verbindungen bilden.

 

Häufig hört man von Züchtern, dass man Mutterhündin und Welpen in den ersten 2 LW möglichst wenig stören solle. Abgesehen vom regelmäßigen Wiegen werden sie also bewusst in Ruhe gelassen. Genau das Gegenteil, nämlich langfristige positive Auswirkungen früher neurologischer Stimulation, propagiert das amerikanische Bio Sensor Program, auch bekannt als Super Dog Program. Dr. Carmen L. Battaglia und Jerry Hope beschreiben diese Methode, die das amerikanische Militär im Rahmen seines Hundezuchtprogramms entwickelt hat. Sie basiert auf der Einschätzung, dass etwa 65% der späteren Leistungsfähigkeit eines Hundes durch Training, Ernährung und Management bestimmt werden und nur 35% genetisch bedingt sind. Mit dem Ziel, die lebenslange Leistungsfähigkeit militärisch genutzter Hunde zu verbessern, wurden jahrelang u.a. die Folgen taktiler und thermischer Stimulation erforscht.

Das amerikanische Militär zeigte großes Interesse an den Forschungen zu den Auswirkungen der Stimulation durch Umweltreize und zur Fähigkeit der Stressbewältigung, weil man Hunde braucht, die auch in stressigen Situationen schwierige Aufgaben erfüllen können. So entwickelte es eine Methode zur sensoriellen Frühstimulation von Welpen, die ihrer Ansicht nach bewirken sollte, dass die Welpen als Erwachsene Hunde bessere Problemlösungsfähigkeiten und eine höhere Stresstoleranz hätten.

Die von ihnen entwickelte Methode nimmt nur einige Minuten Zeit pro Tag in Anspruch und umfasst 5 einfache Übungen, die mit jedem Welpen aus dem Wurf täglich ab dem Tag seiner Geburt bis zum 13. Lebenstag gemacht werden sollen. Da unser Wissen immer nur vorübergehend sein kann und wir im Gegensatz zu vielen anderen immer offen sind für neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse, führten wir jeden Tag diese Übungen aus, um das Nervensysten optimal zu beeinflussen und stellten etliche positive Veränderungen an den Welpen fest.

Mit jedem Welpen führten wir täglich folgende 5 Übungen durch:

  • Taktile Stimulation

  • Aufrechte Kopfhaltung

  • Kopf nach unten  

  • Rückenlage

  • Thermostimulation

Die Übungen zwingen das Nervensystem der Welpen dazu, bereits sehr früh auf kontrollierten Stress zu reagieren, was sich insgesamt positiv auf ihre Stresstoleranz auszuwirken scheint. In einfachen Problemlösetests, wie z.B. einem Labyrinth, waren die so stimulierten Welpen im Vergleich mit ihren nicht stimulierten Geschwistern deutlich gelassener. Sie zeigten weniger Stresssignale und machten weniger Fehler als ihre Geschwister, die äußerst aufgeregt schienen. Sie gingen auch aktiver und erkundungsfreudiger auf Umweltreize zu.

Die beschriebenen Übungen beinhalten eine Stimulation, die der Welpe im Normalfall niemals bekommen würde und funktionieren möglicherweise wie eine Initialzündung für einige Aspekte der neurologischen Entwicklung. Die Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass die Übungen einen Wert haben und sie erinnern uns nachdrücklich daran, welche Auswirkungen die Umwelt auf das Gehirn des Welpen hat. Die Übungen sind so gestaltet, dass sie die bei Geburt schon voll funktionierenden Sinnesleistungen fördern: Den Berührungssinn, die so genannte Propriozeption (die Wahrnehmung der eigenen Körperposition im Raum) und die Fähigkeit zum Fühlen von Wärme und Kälte.

Laut Dr. Battaglia gibt es folgende Vorteile:

– Eine verbesserte Herzfrequenz und stärkere Herzschläge

– Stärkere Nebennieren

– Eine erhöhte Stresstoleranz und

– eine bessere Widerstandskraft gegenüber Krankheiten

Durch diese Stimulation wird das Immunsystem der Welpen gestärkt und ihr Umgang mit Stress verbessert. Hope spricht von weitreichenden Verbesserungen der sozialen Fähigkeiten der Welpen.

Man kann diesbezüglich immer wieder beobachten, dass instinktsichere Hündinnen mit ihren Welpen ähnlich dem Super Dog Program verfahren: Sie stupsen ihren Nachwuchs regelmäßig beinahe unsanft an einzelnen Körperteilen an, drehen ihn scheinbar grundlos um und verändern seine Körperposition. Und wenn sie dann noch ihre Welpen ständig ablecken und putzen, desto größer ist der Anteil an Stressprävention, den sie selbst für ihren Nachwuchs leisten. Beschäftigt sich dann noch der Züchter jeden Tag intensiv mit den Welpen, hat man vermutlich das Gleiche erreicht, ohne eine wissenschaftliche Studie durchgeführt zu haben, die jedoch den Sinn für dieses Tun eindrucksvoll bestätigt.

Milde Stressoren haben eine positive Auswirkung auf die Entwicklung. Sie können die Krankheitsresistenz steigern, eine emotionale Ausgeglichenheit unterstützen und späteres Lern- und Problemlöseverhalten verbessern. Ein Stressor ist z.B., wenn man Hunger hat und sich nach etwas Ess-/Trinkbarem umschauen muss. Diese Erfahrung sollte man dem Welpen nicht nehmen. Ähnlich ist es mit der Temperatur. Für weitere milde Stressoren kann man sorgen, indem man die Welpen öfter mal in die Hände nimmt. Dadurch wird der Geruchssinn angeregt. Die Welpen merken, dass die Hand anders riecht als Mama oder die Geschwister. Auch der Gleichgewichtssinn wird stimuliert.

Es gibt sogar die noch nicht endgültig bewiesene Theorie, dass Welpen, die in ihren ersten Lebenswochen viel in die Hand genommen, mal kurz auf den Kopf gestellt oder auf den Rücken gelegt werden, später keine Probleme beim Autofahren bekommen, ihnen also nicht schlecht wird beim Fahren.

Schon ab dem 2. LT haben wir die Welpen auch an unserem nackten Körper warm gehalten und nicht nur in eine kuschelige Falte unseres Pullovers gelegt. Mit jeder Schmuseeinheit verschafft man sich den Zugang zum kleinen Hundegehirn über die beiden Sinne, die schon aktiv sind. Der Welpe spürt unsere Berührung und nimmt unseren Geruch wahr. Das Ziel ist, dass er dadurch die gleiche Geborgenheit und das gleiche Sicherheitsgefühl verknüpft, die ihm ansonsten das Kuscheln mit den Geschwistern und der Mutter vermittelt.

Eine gute Übung ist es auch, den Welpen in schön gewärmten Händen einschlafen zu lassen. Er sollte dazu nicht mehr hungrig sein. Diese Übung kann man sowohl machen, indem man den Welpen auf den Bauch als auch auf den Rücken legt. Es ist später für den erwachsenen Hund sehr sinnvoll, wenn er gelernt hat, in jeder Situation schlafen zu können.

In Experimenten konnte gezeigt werden, dass schon 10minütiger inniger, positiver Kontakt zwischen Hund und Besitzer bei beiden eine Erhöhung des Oxytocinspiegels zur Folge hat.

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