Die Welpen wurden 3 Wochen alt

Die Welpen wurden 3 Wochen alt

Die Namen unserer Welpen stehen nunmehr fest. Die zukünftigen Welpenbesitzer haben sich auf Inuk, Indira und Inaja (ehemals Indra) festgelegt. Inuk wiegt jetzt 3180g, Indira 2700g und Inaja 2930Gramm.

Spätestens ab der 3. LW sollte sich der Lebensmittelpunkt der Züchterfamilie bei den Welpen befinden, bei uns war dies ja schon vor der Geburt der Fall. Der Welpe verlässt jetzt zwischendurch schon mal kurz den Wurfraum und der Schluckreflex entwickelt sich. Das ist für das Überleben in der Natur sehr wichtig. Wenn sich ein Welpe erschreckt, dann möchte er so schnell als möglich wieder ins Dunkle, in die Wurfkiste oder Wurfhöhle. Als Züchter muss man darauf achten, dass die Welpen öfters mit plötzlichen Reizen konfrontiert werden. Milde, wechselnde Reize für die Nase, wie etwa eine Möhre, ein Gegenstand mit dem Geruch einer Katze, ein Büffelhautknochen u.ä. sollen z.B. die Wurfkiste bereichern.

    

Es passiert nun immer wieder mal, dass die säugende Hündin aufsteht und geht und dass manche Welpen sich so festgesaugt haben, dass sie mitgetragen werden und außerhalb des Wurfraumes herunterfallen. Sie kriechen dann verzweifelt schreiend umher und werden von ihrer Mutter jedoch nur beobachtet. Sie hilft nicht. Schließlich kriechen sie zum Wurfraum zurück, ziehen sich an der Absperrung hoch und purzeln hinein zu den Geschwistern. Das erste Stresstraining für einen solchen Welpen. Im Gegenzug fällt ein satter, zufriedener Welpe schon auch mal halb schlafend von der Zitze ab.

Soll ein Welpe gesund aufwachsen, muss er auch den kleineren Infektionen ausgesetzt sein, denen Hunde anheimfallen, um schon früh Abwehrstoffe zu entwickeln.

Sobald sich das Gehör entwickelt und sie ein wenig hören können, fassen wir sie häufig an, heben sie hoch und berühren sie.

Die Geräusche-CD spielen wir ab der 3. LW erst leise und dann immer lauter werdend ab, am besten natürlich beim Füttern. Wir spielen ihnen alle möglichen Geräusche vor, vor allem auch von schreienden Kindern, Staubsauger und Fön, da die meisten Hunde damit ein Problem haben. So werden all diese Geräusche bereits in ihrem Unterbewusstsein gespeichert. Vor allem potenziell angstauslösende Geräusche wie Silvesterknaller, Gewitter und Schüsse sollten positiv verknüpft werden. Denn im Alter von 3 Wochen kennen die Welpen noch keine Angst. Es gibt die Empfehlung, dass man Welpen noch vor dem ersten Lagerverlassen an Schüsse gewöhnen kann. Im Wurflager kennen die Welpen nämlich keine Angst, sie reagieren bestenfalls neugierig auf das neue Geräusch.

Unsere Welpen, die mit uns in der Wohnung aufwachsen, hören schon alle möglichen verschiedenen Geräusche, vom Klingeln des Telefons über den Staubsauger bis hin zu Werbespots im Fernsehen.

 

Worauf es ankommt, ist, ob sie viele verschiedene Lebenserfahrungen machen oder ob sie den ganzen Tag nur die immer gleichen Dinge sehen und hören.

Auch die Fähigkeit der Fortbewegung macht in dieser Zeit einen gewaltigen Sprung vorwärts. Die Welpen beginnen auf allen 4 Beinen zu laufen. Sie purzeln dabei noch oft um, aber es klappt von Tag zu Tag besser. Sie ermüden aber noch schnell. Anfangs fällt auf, dass sie beim Vorwärtsgehen den Kopf von einer Seite zur anderen pendeln lassen, wie schon in der Neugeborenenphase. Das hört aber bald auf. Sie können rückwärtsgehen, meist sobald sich die Augen öffnen. Beim Saufen können sie nun schon kräftig die Zitzen mit den Vorderpfoten bearbeiten, um den Milchfluss kräftig anzuregen.

Mit der Fortbewegung beginnt für jeden einzelnen Welpen das Erobern seiner Welt. In dieser Zeit muss sich der Züchter noch stärker in das Aufzuchtgeschehen einbringen, ohne dabei die natürlichen Wechselbeziehungen zwischen den Welpen und der Hündin zu stören. Ihr Geruchssinn wird noch feiner. Sie fangen an zu bellen und die Geschwister zu beißen. Sie fletschen die Zähne und knurren, fangen an, Dinge mit den Pfoten zu berühren.

Wolfswelpen verlassen mit 3 Wochen erstmals ihren Bau. Wir merken dies an unseren Welpen, da sie nun anfangen, ihre eigenen Wege zu gehen. Sie können aus dem Wurfraum klettern und sich ein ganzes Stück davon entfernen. Sie brauchen jetzt keine Hilfe mehr, um sich zu lösen, und hinterlassen kleine Seen und Würstchen. Sie schlafen nun auch außerhalb des Wurfraumes und es macht ihnen nichts mehr aus, auch mal allein zu sein.Wir gehen nunmehr täglich mit ihnen raus in den Garten, wo sie mit vielen neuen Eindrücken, Geräuschen, Gegenständen und der Natur konfrontiert werden.

 

 

Das erste Spiel der Welpen könnte man „Maulspiel“ oder „Die Kunst zu beißen, ohne gebissen zu werden“ nennen. Die Welpen versuchen, gegenseitig den Fang zu ergreifen und festzuhalten. Sie fassen sich bei ihren allerersten Spielen gegenseitig mit den Kiefern und rangeln so, anfangs noch im Zeitlupentempo, umher, bis sie müde werden. Das ist der Anfang aller Beißspiele, von denen sie uns in den folgenden Wochen noch mehr zeigen werden.

Ihr Mäulchen ist das wichtigste Organ in der Auseinandersetzung mit der Umwelt. Man könnte sagen: Was für sie nicht mit dem Fang erfasst und mit der Zunge beleckt werden kann, gibt es nicht, auch dann nicht, wenn man es sieht und hört.

Bald jedoch zeigen sie mehr Interesse an kleineren Gegenständen, die aufgenommen, herumgetragen oder gezogen und durchgekaut werden. Die Welpen entdecken die Möglichkeit, Gegenstände mit der Schnauze zu bewegen und sie von einem Ort zum anderen zu befördern. Im Spiel erproben sie ihr Gebiss und die Bewegungsmöglichkeiten des Kopfes.

Es setzt jetzt auch die Wärmeregulation ein. Der Welpe kann seine optimale Körpertemperatur allmählich selbst halten, in dem er z.B. hechelt, wenn es zu warm wird oder er zittert, wenn es zu kalt ist. Aber wie alles andere auch muss das Hecheln richtig geübt werden. Manche Welpen reißen anfangs das Mäulchen so weit auf, wie sie es sonst nur beim Gähnen machen.

Das Auflecken einer Flüssigkeit ist schwieriger, als es aussieht. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Welpen erst im Alter von drei Wochen den Trick heraushaben. Sie müssen es nämlich durch Nachahmen selbst lernen, die Fähigkeit zum Auflecken ist ihnen nicht angeboren. Hunde haben eine lange, breite, dünne und sehr bewegliche Zunge. Beim Auflecken einer Flüssigkeit wird mit der Zunge eine Art Schöpfkelle geformt, die durch Hin- und Her bewegen die Flüssigkeit aufnimmt und in den Rachen befördert. Am Anfang ist das eine schmutzige Angelegenheit. Deshalb stellt man die Schüssel am besten auf einen leicht zu reinigenden Untergrund. Wenn der Welpe Flüssigkeit richtig auflecken kann, ist er im ‚allgemeinen auch soweit, feste Nahrung zu sich zu nehmen, z. B. feines Hackfleisch.

Während in den ersten Lebenstagen die Körperwärme der Geschwister für die Welpen am wichtigsten war, werden diese das jetzt mehr und mehr als Trainingspartner und Spielgefährten. Nun kann man auch die ersten Kommunikationsversuche beobachten. Die Welpen geben eine ganze Reihe unterschiedlicher Töne von sich. So fangen sie an zu bellen und zu knurren. Das Mäulchen wird nicht nur zum Nuckeln benutzt, sondern auch, um die Wurfgeschwister zu erforschen.

 

Jetzt beginnt auch die Zeit, die Welpen mit unterschiedlichen Gegenständen in der Wurfkiste zu konfrontieren. Ein Ball, ein Plüschtier regen die Wahrnehmung an. Ein paar aufgehängte Glöckchen sorgen für Geräusche. Auch der Staubsauger und der Föhn können wahrgenommen werden. Sie können verschiedene Gerüche unterscheiden. Sie sollen weiterhin ihre Streicheleinheiten über den gesamten Körper bekommen. Hierfür bieten sich zarte Massagen an. All das trägt einerseits dazu bei, dass sich das Nervensystem gut entwickelt, und andererseits beginnen sie zu lernen, dass Berührungen normal sind und zum Leben dazu gehören.

Wieder scheint die Natur diese Entwicklung optimal zu fördern. Die Mutter ist jetzt nicht mehr so oft bei den Welpen. Kommt sie dann, legt sie sich nicht immer hin, sondern die Kleinen müssen auch mal die Nuckelstellen finden, wenn die Hündin sitzt oder sie versuchen es sogar, wenn sie steht. Dadurch trainiert auch die Mutter ihre Kleinen zu immer mehr Körperbeherrschung. Es werden schon Sprünge geübt, es wird gekullert und dann wieder versucht, an die Zitzen zu gelangen. Und die Belohnung ist die leckere Milch.

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