F-Wurf wurde zweieinhalb Wochen alt

F-Wurf wurde zweieinhalb Wochen alt

Die Übergangsphase, auch transitionale Phase genannt, ist von einer rasanten Entwicklung der Welpen zu mehr Unabhängigkeit gekennzeichnet.

Nach etwa 2 Wochen können die Welpen ihren Urin- und Kotabgang selbst steuern, sind nicht mehr auf die massierende Zunge der Mutter angewiesen und sie beginnen vom Liegeplatz schon weg zu krabbeln, um ihr „Geschäftchen“ zu verrichten.

Sie können ihre optimale Körpertemperatur allmählich selbst halten, in dem sie z.B. hecheln, wenn es zu warm wird oder zittern, wenn es zu kalt ist. Aber wie alles andere auch muss das Hecheln richtig geübt werden. Manche Welpen reißen anfangs das Mäulchen so weit auf, wie sie es sonst nur beim Gähnen machen.

Zwischen 13 und 14 Tagen haben sich die Augen geöffnet, sehen tun sie jedoch erst um den 16./17. Lebenstag herum etwas, trotzdem sind sie noch nicht voll sehfähig, weil die Retina erst mit 6 Wochen voll entwickelt ist.

Die Welpen öffnen ihre Augen zunächst nur einen Schlitz breit. im Unterschied zu jungen Katzen neigen Welpen nicht zu verklebten Augen, die zu Bindehautentzündung und später zu ernsten Komplikationen führen können.

Wenn sich die Augen geöffnet haben nimmt der Welpe vermehrt mit seiner Umwelt Kontakt auf. Die Art und Weise wie ein Hund seine Umwelt wahrnimmt unterscheidet sich erheblich von der Wahrnehmung des Menschen. Hunde entnehmen ihrer Umwelt optische Signale, die für den Menschen bedeutungslos sind.

Sobald die Augen und Tage später auch die Ohren funktionieren, brauchen die Welpen Stimulation aus den Bereichen, die Geräusche und Anblicke verarbeiten.

Denn die Welpen werden mit einem unreifen Nervensystem geboren, das sich in den ersten LW durch die Ausstattung der Nervenfasern mit Myelin, die Ausbildung von Synapsen und zunehmende Vernetzung weiterentwickelt. Dazu sind die Welpen jedoch auf Umweltreize angewiesen, denn erst der stimulierende Reiz führt zur neuronalen Entwicklung, indem er über die Sinneskanäle wahrgenommen und an das Gehirn weitergeleitet wird.

Allerdings bombadieren wir sie nicht pausenlos mit Geräuschen und Berührungen, denn Welpen brauchen viel Zeit und Ruhe zum Schlafen. Wenn sie aber wach sind, brauchen sie ausreichend Stimulation, damit sich zwischen den Neuronen in den verschiedenen Gehirnbereichen Verbindungen bilden.

Viele Züchter schirmen die Welpen innerhalb der ersten 3-4 LW ab, indem sie die Wurfkiste z.B. in ihr Schlafzimmer stellen. Sinnvoller ist es, sie bereits in dieser frühen Phase an Geräusche und sich verändernde optische Reize zu gewöhnen.

Eine Möglichkeit dazu ist, den Fernseher täglich in der Nähe der Wurfkiste laufen zu lassen. Die wechselnden Bilder sorgen für unterschiedliche Licht- und Farbreize. Auch das Vorspielen leiser Musik und zwar am besten klassischer Musik ist hierfür geeignet, da es hier stetige Veränderungen im Tempo und Wechsel von lauten und leisen Elementen gibt.

Eine äußerst wichtige Rolle im Hundeleben unserer Welpen spielen wir als Züchter, denn wir sind die ersten Menschen, die die entscheidenden Weichen für eine positive Wesensentwicklung stellen können. In den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt liegt deshalb unsere Hauptaufgabe darin, Aufzuchtbedingungen zu erfüllen, die der selbständigen und stabilen Entwicklung der Welpen dienen.

In der Periode bis zur 8. Lebenswoche spielt die Mutterhündin eine äußerst wichtige Rolle. Welpen müssen von ihrer Mutter über ein fein abgestuftes System von Knurren, entblößten Zähnen, zurückhaltendem Schnappen, Packen des Welpen im Genick – aber ohne Beißen – und mit einer Vielzahl von Lecken und Kneifen die Hundesprache erlernen. Ob ein Welpe sich zu einem aggressiven, schreckhaften, nervösen, ruhigen oder glücklichen Hund entwickelt, ist größtenteils davon abhängig, welche Erfahrungen er im Laufe seines Lebens macht. Und die Welpenzeit ist die Periode in seinem Leben, wo er am empfänglichsten gegenüber Erfahrungen ist.

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