Die Welpen wurden 7 Wochen alt

Die Welpen wurden 7 Wochen alt



Vanessa, Ann-Kathrin und Marcel besuchen uns und helfen mit, die Welpen positiv auf den Menschen zu prägen. Aber auch Balou möchte „geprägt“ oder lieber „gestreichelt“ werden.

Gandhi und Carmen machen Beutetraining mit den Welpen und das Ergebnis kann sich sehen lassen.  

Die Ausbrecherkönige Inuk, Indira und Inaya sind mit unserer Absperrbande im Hundezimmer nicht mehr zu stoppen und wollen lieber bei den anderen Hunden draußen übernachten. Da auch eine Erhöhung der Abschrankung nichts brachte, lassen wir sie nunmehr die Nächte mit Balou, Fleika und Gandhi draußen verbringen. Wenn sie wollen, können sie ja durch die Hundeklappe ins Hundezimmer gelangen und dort schlafen wie bisher. Aber draußen bei den Althunden scheint es ihnen einfach besser zu gefallen.

Hunde müssen in der Lage sein, Treppen hinauf- und hinabzugehen. Lernen können sie das nicht, wenn sie im Welpenalter immer getragen werden. Die psychomotorische Fähigkeit des Treppengehens kommt nur durch eigenaktive Bewegung, also nur durch eigenes Tun zustande. Es ist wichtig, dass die Welpen die Herausforderung des Treppengehens aus eigenem Antrieb annehmen und nicht dazu animiert werden. Denn von Natur aus nehmen Welpen meistens nur solche Herausforderungen an, die sie zu bewältigen in der Lage sind.

Der Befürchtung, dass es zu Gelenk- und Skeletterkrankungen beim Treppengehen oder Spielen kommen würde, steht die klare biologische Tatsache gegenüber, dass nur ein geforderter Organismus wirkungsvolle Muskulatur, Bänder und Sehnen entwickeln kann, die den gesamten Aufbau des Organismus und seines Skeletts entscheidend unterstützen. Hat er es als Welpe nicht kennenlernen dürfen, so wird er damit große Probleme haben, nicht wegen fehlender Körperleistungsfähigkeit sondern wegen der aufkeimenden Angst, deren Überwindung nicht gelernt wurde. Im Gehirn konnte es nicht zu den notwendigen sensomotorischen und gefühlsmäßigen Verknüpfungen kommen, die künftig als Teile einer Strategie zur psychomotorischen Lebensbewältigung gebraucht werden.

Von großer Bedeutung ist der eigenaktive Aufbau der Körperbeherrschung. Denn diese vermittelt das nötige positive Grundgefühl für den psychischen Selbstaufbau. Sie ist maßgeblich daran beteiligt, dass der Organismus mit all seinen Sinnen als Ganzes zusammenwirkt und entwickelt sich bereits im Mutterleib. Zugleich ist das Entwickeln der Motorik der Grundstein für die allgemeine Entwicklung des Gehirns. Der Gleichgewichtssinn weckt als Königssinn gewissermaßen alle anderen Sinne, wie Tast-, Hör-, Seh-, und Geruchssinn, und vernetzt diese. Wir haben deswegen u.a. eine Kinderschaukel aufgehängt.

Da sie bereits im Welpenalter Gelegenheit haben sollen, entsprechend ihrem fortschreitenden Reifegrad, solche Herausforderungen selbständig aufsuchen und eigenaktiv bewältigen zu können, legen wir schon sehr früh sogenannte Balanceboards in den Welpenraum. So nebenbei werden sie damit konfrontiert und aus der Fähigkeit, Ungleichgewicht in Gleichgewicht und damit Unsicherheit in Sicherheit zu wandeln, erwächst Bewältigungsfähigkeit und dies lässt ein sicheres Wesen entstehen.

   

Ein Wackelbrett oder Wackelkreisel ist somit die beste Frühförderung für Welpen, denn gelingt es dem Welpen aus völlig eigenem Tun, die von ihm selbst verursachten Wackelbewegungen einigermaßen auszugleichen, fördert der Erfolg des eigenen Handelns und die Lust am eigenen Können weiter seine Neugier und Aktivität.

Es findet eine Selbstbelohnung statt, die ihn ermutigt, nach und nach noch höhere Herausforderungen anzunehmen und wir können ihnen den großen Kinderkreisel zumuten. Zum Ausgleich der selbst erzeugten Wackelbewegungen wird der Gleichgewichtssinn herausgefordert. Damit werden gleichzeitig nahezu alle anderen Sinne des Organismus geweckt und ihre zahlreichen Einzelleistungen mehr und mehr zu einer Gesamtleistung zusammengeführt. Lernen findet hier auf ganz verschiedenen Ebenen und in höchst intensiver Weise statt und Lernen ist umso wirkungsvoller, je mehr Sinne beteiligt sind.

Wir füttern Fleischknochen im Schubkarren und fangen an diesen zu bewegen, leicht zu kippen und fahren damit ein Stück. Für eine noch positivere Verknüpfung sorgt Gandhi, die es sich nicht nehmen lässt, die Schubkarrenfahrt mitzumachen.

Die Dinge sind oft nicht so, wie sie scheinen. Wie sollen die Welpen auch wissen, dass die glänzende, teilweise mit grünen Pflanzen bedeckte Wasseroberfläche nicht begehbar ist? Sie rennen weiter und fallen in unseren Teich. Die Erfahrung ist neu und ganz sicher beängstigend, aber automatisch machen sie Schwimmbewegungen, die sie vorwärts bringen.

Wie alle Säugetiere taucht ein Hund immer mit dem Kopf auf und kann ihn schon aufgrund seiner natürlichen Haltung über Wasser halten. Er ertrinkt nur, wenn er sich vor Erschöpfung nicht mehr bewegen kann und infolge fehlender Bewegung untergeht.

Alle Hunde können übrigens schwimmen, aber sie wissen es anfangs nicht und nicht alle tun es freiwillig. Darin gleichen sie den Menschen. Manche mögen Wasser und gehen gern schwimmen, andere gehen vergnügt ins Wasser, planschen aber nur mit den Pfoten im Wasser und bleiben auf festem Grund. Andere wiederum meiden das Wasser, wo sie nur können. Bisher hatten wir nur wasserverrückte Hunde und es sieht so aus, als ob es so auch bleiben wird. Deshalb planen wir einen Ausflug an den Brombachsee mit den Welpen, um es zu testen.

Auch die Fahrt mit dem faltbaren Wägelchen testen wir, da wir die Welpen damit am Brombachsee vom Parkplatz zum See transportieren wollen.

Wir besuchen Erich auf seiner kleinen Tierfarm in Assamstadt und lassen die Welpen hautnah Hühner und Hasen kennenlernen. Erichs Australien Shepherd Maddox hatte mehr Interesse an Raycka als an den Welpen.

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